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Stefan der Federer
ch bin Stefan der Federer, und der Reisen, deren bisher letzte mich zu der Belagerung von Calais 1346/47 führte, müde.
Warum nun gerade Speyer? Nennt es Zufall, Schicksal, göttliche Fügung oder von mir aus anders. Tatsache ist jedoch, dass nach dem großen Sterben Pilgerreisen nach Santiago de Compostela trotz der zunehmenden Unsicherheit auf dem Weg durch Frankreich ausreichend beliebt sind, um bewaffneten Begleitschutz für ausreichend große Pilgergruppen organisieren zu müssen. Hat für mich zwar auch erst mal Reisen bedeutet, aber eine weniger anstrengende Art von Reisen als die nach Calais.
Wie viele andere auch, nahm nun ein hochgestelltes Mitglied der Zünfte, welche in Speyer seit kurzem die Stadtregierung bilden, an einer derartigen Pilgerfahrt teil. Wahrscheinlich wie die Meisten auch aus Dank, das große Sterben überlebt zu haben. Während eines der unvermeidlichen Versuche, „unseren“ Pilgerzug zu überfallen, konnte nun jener Zunftvorsteher – so nenne ich ihn mal – die Wirkung der von mir erreichten und für einen geübten Schützen nicht ungewöhnliche Schussfolge von ca. 10 Pfeilen/Minute begutachten. Das hat ihn wohl beeindruckt.
Ich wurde dann also gefragt, ob ich der Stadt Speyer als einer der wenigen hauptamtlichen Stadtwächter dienen wolle. Da ich ohnehin nach etwas weniger aufregenden Möglichkeiten meines Broterwerbs als bisher suchte, sagte ich dann ja.
Da Reden halten und Briefe schreiben nicht gerade zu Aufgaben einer Stadtwache gehören, stattdessen das Sorgen für Sicherheit nach innen und außen, stören meine Schwierigkeiten mit der für mich fremden Sprache nicht besonders. Ich erhalte regelmäßig (!) etwa das Einkommen eines Handwerksgesellen für eine – bisher zumindest – sehr viel weniger gefährliche Tätigkeit und kann mir mit Sehnen- und meinem namensgebenden Pfeilbau ein gelegentliches Zubrot verdienen.
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