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Magdalena
Wir schreiben das Jahr 1375 und ich habe das Glück in dieser schönen Stadt als Feinbäckerin arbeiten zu dürfen. Erlernt habe ich dieses Handwerk von meiner Mutter und Großmutter. Beide sind darin sehr begabt. Eine Feinbäckerin ist zuständig für Kuchen und Kekse, kleine Pastetchen und Turten, Holunderblütenküchelein und Ausgebackenes. Ihr fragt euch sicherlich, eine Frau mit eigenem Broterwerb? Ja. Die Mehrheit der Frauen lebt als Ehe- und Hausfrau in Abhängigkeit vom Ehemann. Alleinstehende Frauen verdienen sich ihren Lebensunterhalt als Mägde, Dienstbotinnen. Frauen in der Stadt leben anders. Sie haben nicht die rechtlichen Beschränkungen wie auf dem Land. Sie haften nicht mit ihrem Brautschatz und können selbst über ihr verdientes Geld verfügen. In der Stadt nutzen viele Frauen die Möglichkeit einer Arbeit nach zugehen. Dort sind auch ihre Möglichkeiten mannigfacher, es gibt viele Arbeiten die von Frauenhand ausgeführt werden. Sie fertigen Schnüre und Bänder, Hüllen und Schleifen, Knöpfe und Quasten. In diesen Berufen sind fast nur Frauen: Kürschnerei, Handschuh- und Hutmacherei, Beutel- und Taschenherstellung. Aber auch mit Holz oder Metall wird gearbeitet. Sie fertigen Nadeln, Schnallen, Ringe und Golddraht, Besen und Bürsten, Matten und Körbe. Das Bäckereihandwerk, die Bierbrauerei, die Fertigung von Kerzen und Seifen obliegt der Frau. Näherinnen, Schneiderinnen und Flickerinnen haben sogar ihre eigene Zunft und dürfen Lehrtöchter ausbilden. Gelöbnisse und Bürgschaften von Handels- und Kauffrauen sind uneingeschränkt verbindlich. Allerdings dürfen verwitwete Frauen das Geschäft ihres Mannes nur für ein Jahr übernehmen. Danach müssen sie es verkaufen oder ihren erwachsenen Kindern übergeben. Ihr seht, beruftätige Frauen sind in der Stadt keine Besonderheit. Allerdings ist ihr Verdienst weit geringer als der männliche Arbeiter. Zurück zur Gruppenübersicht
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