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Die drei Epochen des Mittelalters
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Katherina Kaltenthaler

ein Name ist Katherina Kaltenthaler. Ich lebe in Heidelberg im Jahr 1395, zur Zeit der aufstrebenden Universität, die vor knapp 10 Jahren gegründet wurde und sich bereits zu einem bedeutenden Ort für Bildung und Wissen entwickelt. Ich wohne zentral zwischen Stadtkern und Burg, im Oberen Kalthenthal - daher leitet sich auch mein Nachname ab.

Ich bin verwitwet, mein Mann starb im Jahr 1389 in Folge einer Pestwelle in unserer Stadt. Er war Kleinhändler und trieb Handel mit verschiedenen Stoffen. Wir waren nicht reich, aber wir konnten einigermaßen gut leben und durften uns zum niederen Bürgertum zählen. Ich habe mit Hilfe meines Mannes, der eine schulische Ausbildung genießen durfte, lesen und schreiben gelernt und ihm bei der Arbeit geholfen, insbesondere den Briefverkehr und die Buchhaltung für ihn erledigt.
Nach seinem Tod stand ich allein da, wir sind leider kinderlos geblieben. Ich konnte das Geschäft nicht halten, gab es nach einem knappen Jahr auf und begann mich nach Arbeit umzusehen – zum Glück sind arbeitende Frauen in unserer Stadt keine Seltenheit mehr.

Heidelberg ist eine aufstrebende Stadt - Hauptstadt der Kurpfalz mit etwa 5000 Einwohnern – und wird immer mehr erweitert. Nach Pest und Krieg zieht es langsam wieder Menschen an – Lehrer und Studenten gleichermaßen wie Kaufmänner und Handwerker. Menschen, die nach Bildung und Wissen und vor allem nach Münzen hungern. Hier entstehen zur Zeit weltliche Schreibwerkstätten, die Dokumente und Briefe ebenso wie Bücher für die Universität und das reiche Volk abschreiben und herstellen. Bisher war dies fast ausschließlich die Aufgabe der Klöster, doch diese können den wachsenden Bedarf nicht mehr alleine decken.
Ich machte mir den Umstand zunutze, dass ich des Lesens und Schreibens mächtig bin und fand eine Anstellung als Schreiberin in der Schreibwerkstatt einer befreundeten Familie. Die Schreibwerkstatt ist die älteste in Heidelberg und die Auftragslage ist gut.

Hier arbeite ich seit nunmehr 3 Jahren und verdiene genug, um mir ein einfaches, aber recht angenehmes kleinbürgerliches Leben finanzieren zu können. Zur Zeit schreibe ich noch hauptsächlich Briefe oder Urkunden für die Ministerialien ab, da ich mich aber sehr für die Buchkunst interessiere arbeite ich daran, mich auch auf diesem Gebiet weiterzubilden und hoffe, bald an einem Buch mitwirken zu können.

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