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Gretin von Coppern, die Müllersfrau
Die Einhaltung des Mahlzwanges wird durch Kerbhölzer überwacht. Dies sind Holzscheite, die in der Mitte gespalten werden. Die eine Hälfte bekommt der Mahlgast, die andere der Müller. Bringt der Bauer sein Getreide zur Mühle, so wird für jeden Scheffel über beide Hälften Kerben geschnitten. Hieraus resultiert auch die Redensart "etwas auf dem Kerbholz haben". Aus jedem Scheffel Getreide steht dem Mahlgast ein gehäufter Scheffel Mehl zu und ein viertel Scheffel Kleie. Der Lohn des Müllers ist die "Metze", der sechzehnte Teil des Getreides. Im Mittelalter gehören die Müller zu den "unehrlichen" Berufen, dies ist sowohl von der Lohnmüllerei, wo manche Metze zuviel abgemessen wird, als auch vom Mahlzwang her zu verstehen. Da die Müller für die Einhaltung des Mahlzwanges verantwortlich sind und auch eigenes Interesse daran haben, sind sie bei den Bauern unbeliebt und werden als heimliche Diebe angesehen. Wie die Mühle außerhalb des Ortes steht, so steht auch der Müller außerhalb der Dorfgemeinschaft. Als Frau des Müllers ist meine Hauptaufgabe, mich um den Haushalt, das Schwein, die Hühner, die Hunde, zwei Schafe und die Arbeit auf unserem kleinen Feld zu kümmern. Wenn die Schafe geschoren werden, wasche, kämme und spinne ich die Wolle, die ich dann weiterverarbeiten kann. Seit einigen Wochen geht es meinem Mann schlecht, er hustet viel und ist schwach. In dieser Zeit kümmere ich mich um alle Arbeiten um die Mühle, zusätzlich zu meinen regulären Aufgaben. Da wir keine männlichen Nachkommen haben, fällt mit dem Tod meines Mannes die Mühle an den Lehensherrn zurück. Mir bleibt dann die Möglichkeit erneut zu heiraten oder in ein Kloster zu gehen. Zurück zur Gruppenübersicht
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